NS-Verfolgte vor und nach 1945
Vortrag mit Diskussion
Dienstag, 16.06.2026, 16:00-17:30 Uhr
Online (Zoom)
Referent:innen
Stephan Querl, Dr. Julia Volmer-Naumann, Villa ten Hompel, Münster
Zielgruppe
Angesprochen sind ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter:innen von Museen und Gedenkstätten.
Anmeldung
Anmeldung bis zum 15.06.2026.
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Der Vortrag wird ohne Diskussion aufgezeichnet und später über die Website des LWL-Museumsamts für Westfalen zur Verfügung gestellt.
Beschreibung
NS-Verfolgte und ihre Geschichte(n) sind in vielen Ausstellungen, Veranstaltungen und Recherchen zur nationalsozialistischen Verfolgung repräsentiert. Viele museale und Gedenkorte bemühen sich inzwischen, neben jüdischen und politisch Verfolgten auch marginalisierte, häufig sogenannte „vergessene“ Verfolgtengruppen einzubeziehen.
Neben der Darstellung der NS-Verfolgung ist auch der Umgang mit den unterschiedlichen Verfolgtengruppen nach 1945 wichtig: Wie geschah die Auseinandersetzung mit den Überlebenden und den Ermordeten? Inwiefern gab es Diskriminierungskontinuitäten? Wie findet man Informationen zu Verfolgten? Und wie können Verfolgungs- und Nachkriegsgeschichten (informativ, sensibel, empathisch und diskriminierungsfrei) erzählt werden?
Der Vortrag richtet seinen Blick auf Recherche- und Darstellungsmöglichkeiten und stellt praxisnahe Beispiele vor.
Über die Referent:innen
Stefan Querl ist Leiter des Geschichtsorts Villa ten Hompel in Münster und Beauftragter des dortigen Oberbürgermeisters gegen Antisemitismus. Er ist Lehrbeauftrager der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn und in den Beiräten für den Museumsverband NRW, für die Vereinigung der Zweitzeugen e.V. und im Bundesvorstand der Vereinigung „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ aktiv. Stefan Querl forscht zu deutsch-israelischen Beziehungen in der Nachkriegszeit. Zudem ist er Mitglied des Kulturrates Münsterland, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, des Brauweiler Kreises für Landes- und Zeitgeschichte sowie des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW.
Dr. Julia Volmer-Naumann ist freie wissenschaftliche Mitarbeiterin des Geschichtsorts Villa ten Hompel in Münster. Sie ist Redakteurin der landesgeschichtlichen Zeitschrift „Geschichte im Westen“ und arbeitete im Kooperationsprojekt „Vergessene Verfolgte“ des Nationalsozialismus in Münster mit. Neben Forschungen zur Geschichte der Entschädigung für NS-Verfolgung und zur Justiz nach 1945 kuratierte Julia Volmer-Naumann die Ausstellung „Wiedergutmachung als Auftrag“ und arbeitete an der der jetzigen Dauerausstellung „Geschichte – Gewalt – Gewissen“ des Geschichtsorts Villa ten Hompel mit. Zudem ist sie Mitglied des Brauweiler Kreises für Landes- und Zeitgeschichte.